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Warum eine Drittstimme? Why "The Third Vote"?

"Repräsentieren Politiker und Parteien auch wirklich unsere Meinung zu relevanten Themen?"

 

Bei heutigen Bundestags- oder Landtagswahlen haben wir eine Erst- und eine Zweitstimme. Doch wissen wir auch wirklich, für was die Menschen und Parteien stehen, die wir wählen? Wir behaupten nein! Und warum?

Zum Beispiel gehen bei Wahl-O-Mat-Fragen die Antworten von vielen Parteien im Vergleich zu deren Wähler deutlich auseinander.

Sprich: Die tatsächliche politische Einstellung des Wählers wird nicht durch seine Entscheidung bei der Wahl repräsentiert. Somit erfolgen die Positionierungen der Parteien im Deutschen Bundestag zu politischen Entscheidungen unabhängig von der öffentlichen Meinung. 

 

Wie demokratisch ist unser Wahlsystem?

Genau, hier setzt unsere Arbeit in der Seminargruppe an. Mithilfe einer sogenannten „dritten Stimme“ (TheThirdVote) soll die eigentliche politische Einstellung des Wählers in die Wahl miteinfließen. Mit dieser dritten Stimme wird weder eine Partei noch ein Kandidat gewählt. Vielmehr wählt der Stimmberechtigte genau die politische Einstellung, die seiner Meinung nach repräsentiert werden soll.

Im nächsten Schritt wird dann überprüft, ob das Politik Profil des Kandidaten mit dem des Wählers übereinstimmt. Letztendlich beginnt dann die Einteilung der Parteien, aber nicht in Bezug auf den prozentualen Anteil der erhaltenen Stimmen, sondern in Bezug auf die Repräsentativität des Zuspruchs der Bevölkerung. Somit soll dann der durchschnittliche Prozentsatz der Bevölkerung, der pro Partei repräsentiert wird, ermittelt werden.

Schlussendlich wollen wir damit erreichen, dass die zuvor festgestellte Irrationalität zwischen dem eigentlichen Wahlergebnis und der tatsächlichen politischen Einstellung eines Wählers verkleinert und dadurch das gewählte Organ politisch repräsentativer wird.

Im Paper „Improving policy representation of the German Bundestag by an alternative election method“ von Prof. Dr. Tangian können diese Inkonsistenzen zwischen Wahlergebnis und tatsächlicher politischer Gesinnung des Wählers im Detail nachvollzogen werden.

 

Beginn eines alternativen Wahlsystems

Natürlich steckt das ganze Projekt noch in den Kinderschuhen bzw. ist die Inkonsistenz noch nicht vollständig bewiesen. Deswegen sind wir weiterhin auf der Suche nach Anwendungsfeldern, um neue Daten zu sammeln und miteinander zu vergleichen, ähnlich wie das StuPa-Experiment. Möglichkeiten tuen sich vor allem an Universitäten und in Unternehmen (zum Beispiel bei Betriebsratwahlen) auf. Haben Sie Interesse an einer weiteren Durchführung des Experiments oder möchten Sie das ganze sogar als ausgereifte Wahlmethode anwenden? Dann treten Sie mit uns in Kontakt. Wir helfen Ihnen dabei.